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Pädagogik-Newsletter Juli 2020

Schön, dass Sie in meinen Newsletter schauen! Heute zu dem Thema: 

Lesefreude bei Kindern fördern

Wenn Sie diese Überschrift lesen und nur müde lächeln können, weil Ihr Kind die Leseratte schlechthin ist, dann lassen Sie sich gesagt sein: Andere Eltern beneiden Sie mit absoluter Sicherheit darum.

Dass Bücher bei Kindern teilweise leicht in den Hintergrund rücken, ist nicht weiter verwunderlich, gibt es doch so viele andere Dinge, die auf den ersten Blick „spannender“ wirken – und vor allem, gerade am Anfang, leichter zu konsumieren sind. Das Hörspiel erzählt ganz von selbst etwas, da muss man nur zuhören. Das neue Spiel auf dem Handy oder der Konsole erklärt auch, was zu tun ist und ist außerdem bestimmt eh viel spannender als dieses Buch… Von Filmen mal ganz abgesehen. Das Spektrum an digitalen Medien weitet sich immer mehr aus und erscheint gerade für Kinder sehr verlockend, weil: bunt, laut, einfach zu nutzen, ohne groß nachzudenken.

Ein Kind, das noch Leseanfänger ist, hat natürlich viel größere Mühen dabei, ein Buch allein zu lesen und zu verstehen. Schwierige Wörter, unbekannte Wörter, man darf nicht in der Zeile verrutschen und zu guter Letzt sollte das Gelesene ja auch irgendwie verstanden werden. Klingt anstrengend – ist es anfangs auch. Klar, dass die Motivation der Kinder, von selbst zum Buch zu greifen, nicht immer so ausgeprägt ist, wie wir es uns vielleicht wünschen würden. 

Wir möchten natürlich, dass unsere Kinder lesen. Lesen ist doch sooo schön – das finden und wissen wir (obwohl das natürlich auch bei weitem nicht für alle Erwachsenen gilt). Wir sehen das so, weil wir irgendwann richtig lesen lernen mussten und dann irgendwann gemerkt haben, dass man mit dieser Fähigkeit ja ganz neue Welten erschließen kann.

Viele Eltern fragen sich, was sie tun können, um ihren Kindern begreiflich zu machen, dass Lesen eine tolle Sache ist. Zwang ist nicht das Mittel der Wahl, so viel steht fest. Und kennen Sie nicht auch noch die Situation, in der Ihr Kind das erste Mal aus der Schule kam und nölte, weil im Unterricht jetzt ein Buch gelesen wird? „Soo langweilig! Und jetzt muss ich sogar was davon zuhause lesen und dabei ist das Buch voll blöd.“

Ich kann Ihnen leider nicht versprechen, dass Sie mit den folgenden zehn Tipps es schaffen werden, aus Ihrem Lesemuffel eine Leseratte zu zaubern, jedes Kind ist anders und wir sollte nie vergessen, dass auch die Sozialisation eine große Rolle spielt. Welche Rolle spielen Büchern in Ihrem Alltag? Sieht das Kind Sie regelmäßig mit Büchern, Zeitungen, Zeitschriften? Ist Ihr Kind von klein an mit Bilderbüchern aufgewachsen? Wie stehen Sie selbst zu Büchern? Lesen Sie gern oder bevorzugen Sie beispielsweise eher Hörbücher?

Ihr Kind schaut sich von Beginn an eine Menge von Ihnen ab. Es ist leichter, am Modell zu lernen, also durch Nachahmung – das bezieht sich auch auf Einstellungen zu verschiedensten Dingen. Wenn Sie Ihrem Kind durch Äußerungen oder auch Handlungen eher das Gefühl vermittelt haben, dass Bücher keine besonders große Rolle spielen, ist es nicht verwunderlich, wenn Ihr Kind diese Meinung vorerst adaptiert. Und natürlich sollen Sie sich auch nicht verstellen und zu Ihrem Kind sagen: „Lesen ist so toll!“, wenn Sie – übertrieben gesagt – kein einziges Buch in der Wohnung haben und sich das offensichtlich widerspricht.

Dennoch kommen hier zehn Tipps, die Ihnen helfen können, die Lesefreude Ihres Kindes zu wecken:

1.    Zelebrieren Sie selbst das Lesen

Das spielt genau auf das an, was ich gerade sagte. Lesen Sie, wenn möglich, selbst. Wünschen Sie sich zum Geburtstag, zu Weihnachten etc. mal ein Buch. Wenn Ihr Kind Sie mehrfach lesen sieht und merkt, dass ein Buch vermutlich so schön sein kann, dass man es sich sogar zu seinem Geburtstag wünscht, macht es das bestenfalls neugierig: „Vielleicht sollte ich das auch mal probieren…“

2.    Stöbern Sie gemeinsam und schauen Sie, was interessant ist

Schnappen Sie sich Ihr Kind und gehen in die Bibliothek oder einen Bücherladen. Und dann schauen Sie gemeinsam, welche Bücher Ihr Kind interessant finden könnte. Ein guter Einsteig dafür können auch Bücher zu bestimmten Serien sein – da sind dann meist auch spannende Bilder drin, die das Interesse zusätzlich befeuern können.

3.    Die richtige Technik macht’s

Ist Ihr Kind noch Leseanfänger und sehr langsam beim Lesen, dann achten Sie darauf, dass beim Lesen stets der Finger unter das zu lesende Wort gelegt wird – dadurch wird die Augenbewegung gelenkt und die Wahrscheinlichkeit, in der Zeile zu verrutschen, nimmt ab. So macht es gleich viel mehr Spaß.

4.    Aufhören, wenn es am spannendsten ist

Profitrick: Hören Sie beim Vorlesen an einer spannenden Stelle auf und lassen Sie das Buch in der Nähe des Kindes liegen. Wenn es spannend genug ist, haben Sie eine Chance, dass Ihr Kind selbst zum Buch greift.

5.    Personalisierte Bücher

Mittlerweile gibt es eine Reihe personalisierbarer Bücher für Kinder, die den Namen vom Kind und die der besten Freunde oder der Familie in die Geschichte einbeziehen. Als Protagonist der Geschichte hat man als Leser vielleicht mehr Lust, herauszufinden, wie es weitergeht und was alles auf den Seiten geschieht.

6. Interaktive Bücher und Graphic Novels

Vielen Kindern bereitet es Freude, die Handlung selbst zu bestimmen. Auch hier gibt es viele Bücher, bei denen sich der Leser immer wieder entscheiden darf, wie es weitergehen soll und zu der entsprechenden Seite weiter blättert.

Auch Bücher mit vielen Bildern, sogenannte „Graphic Novels“ wie z.B. Comics sind ein guter Anfang. Wenn der Einstieg in die Welt der Bücher anfangs über eine Vielzahl von Bildern kommt, dann bitte. Zudem ist die Vorliebe für Comics keineswegs als schlecht zu bewerten, hier werden vielleicht weniger lange und komplexe Sätze gelesen, dafür ist es für den jungen Leser viel schwieriger, die Reihenfolge der Bilder und Texte zu beachten als bei einem herkömmlichen Buchformat.

7. Trick 17

„Kannst du lesen, was da steht? Ich erkenne es von hier nicht…“ Kann Ihr Kind Ihnen helfen, Sachen zu entziffern und zu lesen, schafft das Erfolgserlebnisse und ein positives Grundverständnis zum Lesen allgemein verfestigt sich.

8. Kleine Nachrichten hinterlassen

Eine kleine Nachricht in der Brotbox, der Federtasche oder am Kühlschrank nach der Schule sorgen ebenfalls dafür, dass Ihr Kind sich bemühen wird, die Nachricht zu entziffern. Und das Bewusstsein, in der Lage zu sein, Nachrichten zu entschlüsseln, motiviert Kinder ungemein.

9. Für eine gute Atmosphäre sorgen

Schlagen Sie Ihrem Kind doch mal vor, gemeinsam eine Leseecke einzurichten, vielleicht im Kinderzimmer. Ein kleines Zelt oder ein Baldachin, ergänzt mit kuscheligen Decken, Kissen oder einem Kuschelfell zaubert im Nu eine schöne Atmosphäre, um ausgiebig zu lesen. Vielleicht kann hier sogar mal eine Lesenacht abgehalten werden.

10. Lesen ist keine „Mädchensache“

Leider hält sich bei einigen Jungs der Gedanke, nur Mädchen würden lesen. Sollten Sie diese Einstellung bei Ihrem Sohn feststellen, hilft es oftmals, wenn der Vater dem Sohn regelmäßig vorliest. Denn das widerlegt die Aussage grundlegend.

Übrigens:

Sollte Ihnen als pädagogische Fachkraft in Ihrer Gruppe/Klasse auffallen, dass Lesen nicht wirklich „angesagt“ ist, sind Eltern erfahrungsgemäß sehr dankbar, wenn man Ihnen einen Themenabend dazu anbietet. Zudem wäre es eine Möglichkeit, im Hort oder auch in der Kita bei den größeren Kindern einen Tag einzulegen, an dem jedes Kind ein Buch von zuhause mitbringt und den anderen Kindern vorstellt. Selbst die Kinder, die wenig Interesse an Büchern haben, können dadurch neugierig gemacht werden.

Wenn ich Ihnen damit einige Punkte nennen konnte, über die es sich nachzudenken lohnt, dann freut mich das sehr!

Als gelernte Erzieherin und Dozentin für den Bereich Pädagogik und Familie in der Paul & Paula Akademie bin ich immer auf der Suche nach aktuellen Themen aus dem Bereich, die für Eltern und pädagogische Fachkräfte interessant sein könnten. Wenn Ihnen ein Thema einfällt, zu dem Sie gerne etwas lesen wollen würden, schreiben Sie mir gerne!

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Pädagogik-Newsletter Juni 2020

Schön, dass Sie in meinen Newsletter schauen! Heute zu dem Thema: 

Rollenklischees bei Kindern

Kennen Sie das auch von (Ihren) Kindern, Aussagen wie: „Männer weinen nicht!“ Oder „Das ist doch Mädchenkram…!“? Tatsächlich ist es doch so, dass wir selbst genaue Vorstellungen davon haben, was „typisch Mädchen“ und „typisch Junge“ ist. Klar, wir wissen auch, dass sich Jungen und Mädchen frei ausleben sollen, ohne in Rollenclustern „gefangen“ zu sein, aber dennoch lässt sich immer wieder feststellen, dass Kinder sich gewissen Rollenzuschreibungen entsprechend verhalten. 

Währen Paulina „Mutter, Vater, Kind“ spielt, schraubt Ole an der Werkbank an seinem Spielzeugauto herum. Zumindest nehmen wir das vermehrt so wahr – und da geht es eigentlich schon los. Denn JA, auch in unseren Köpfen sind sie, die klassischen Rollenvorstellungen – und das hat zweifellos auch seinen Sinn, irgendwo. Denn indem wir alle möglichen Dinge clustern, in „Schubladen“ einteilen und sortieren, nehmen wir unserem Kopf viel Arbeit ab – ohnehin muss der schon zig Eindrücke über den Tag verteilt managen und verarbeiten. Eine klare Einteilung in „so sind Mädchen“ und „so sind Jungen“ hilft da ungemein, weniger nachdenken zu müssen. 

Es beginnt schon damit, wie wir Kinderzimmer typischerweise einrichten, wenn wir erfahren, ob ein Mädchen oder ein Junge erwartet wird. Je nach Geschlecht schenkt man dann auch Strampler und Glückwunschkarten in rosa oder hellblau… 

Kurz gesagt: Es ist kein Wunder, dass Kinder das früh übernehmen und sich daran orientieren. Und oftmals ist daran nicht viel auszusetzen, Hannah könnte ja immerhin auch mit der Werkbank spielen, wenn sie möchte, die ist ja immerhin für alle da und frei zugänglich. Brenzlig wird es aber, wenn Hannah das wirklich macht und Germain sagt: „Geh weg, Hannah, du bist ein Mädchen!“ Sowas kommt im Kindergarten glücklicherweise nicht allzu oft vor, aber dennoch steigt die Häufigkeit solcher Vorkommnisse mit dem ansteigenden Alter der Kinder. 

Wieso das so ist?

Ganz einfach. Kinder werden von ihrer Umwelt sozialisiert – und auch wenn die Eltern die erste Sozialisationsinstanz bilden, so gibt es doch viele weitere Personen, die Einfluss auf das Kind haben. Spätestens, wenn es mit anderen Kindern kommuniziert, treffen sozialisationsbedingte Ansichten der anderen Kinder auf die des eigenen Kindes. Hat Ronja stets vermittelt bekommen, Jungs seien keine richtigen Jungs, wenn sie mit Puppen spielen, wird sie das in ihrem Alltag vorerst genauso ausleben und kommunizieren. 

Was können Sie dann tun?

Wieder einmal heißt die Lösung: Reden. Es klingt genauso simpel, wie es auch ist – reden Sie mit Ihrem Kind/den Kindern! In einer Gruppe oder Klasse lässt sich zu der Thematik prima ein Projekt durchführen, in welchem genau geschaut wird, wer welche Vorlieben hat – mit dem Ergebnis, dass die Kinder erkennen, dass jeder ganz unterschiedlich ist und es auch oftmals vorkommt, dass sich Interessen, die sonst nur typischerweise Jungen oder Mädchen zugeschrieben werden, auch bei dem jeweils nicht erwarteten Geschlecht wiederfinden.  

Als Eltern können Sie das Gespräch mit Ihrem Kind direkt suchen. Fragen Sie nach seinen Erfahrungen, seinen Interessen (auch wenn Sie diese höchstwahrscheinlich eh schon kennen) und danach, wie die anderen Kinder darauf reagieren, was sie für Interessen haben etc. Reden Sie auch gerne von sich und dem anderen Elternteil, zeigen Sie auf, dass man seine Interessen und Hobbys nicht danach auswählen sollte, ob es vorwiegend Mädchen oder Jungen ausführen, sondern es darum geht, was einem selbst Spaß macht. Dass es „typisch Junge“ und „typisch Mädchen“ so eigentlich gar nicht gibt, dass Sie als Vater zum Beispiel mal genauso traurig sein können und weinen, wie es die Mama auch macht. Dass Sie als Vater die Farbe Rosa auch schön finden können und es kein Problem darstellt, Spielzeug oder Kleidung in der Farbe als Junge zu besitzen. 

Von Bedeutung ist vor allem, was Eltern Ihren Kindern diesbezüglich vermitteln. Als pädagogische Fachkraft haben Sie niemals den Einfluss, den Eltern haben, können aber dennoch dazu beitragen, eine andere Sichtweise zu offenbaren und die Klasse/Gruppe als Gemeinschaft in Toleranz und Offenheit zu schulen. 

Wenn ich Ihnen damit einige Punkte nennen konnte, über die es sich nachzudenken lohnt, dann freut mich das sehr!

Übrigens: Mehr zu dem Thema Grundschulkinder erfahren Sie in meinem Seminar „Grundschule – Fordern und Fördern, auch außerhalb des Unterrichts“. Schaue Sie doch mal rein!

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Family at home. Little girl playing with a father.

Pädagogik-Newsletter Mai 2020

Schön, dass Sie in meinen Newsletter schauen! Heute zu dem Thema: 

Vater-Tochter-Beziehung

Man sucht sich ein Abbild des Vaters als späteren Partner, heißt es. Tatsächlich lässt sich nicht bestreiten, dass unser Vater unsere spätere Partnerwahl mit beeinflusst – genauso wie Brüder. Der Vater ist der erste Mann im Leben seiner Tochter und hat damit einen unfassbar großen Einfluss. Von Beginn an beobachtet das Kind ganz genau, wie der Vater mit der Mutter umgeht und ebenso, wie er sich ihr gegenüber verhält. Erfährt die Tochter von klein an Respekt und bekommt ein positives Gefühl vermittelt von ihrem Vater, fühlt sie sich zunehmend wohl im „Frausein“, Selbstbewusstsein sowie Selbstakzeptanz werden dadurch enorm gesteigert.

Leider funktioniert das genauso in die entgegengesetzte Richtung. Müssen Töchter stets um die Aufmerksamkeit ihres Vaters kämpfen, findet sich dieses Muster häufig bei zukünftigen Partnern wieder – meist ohne, dass wir es bewusst so wahrnehmen oder gezielt danach suchen.

Was Sie als Vater tun können, um Ihre Vater-Tochter-Beziehung zu stärken:

  1. Behalten Sie positive Gedanken nicht für sich!

Wie oft denken wir nette Sachen, sprechen sie aber einfach nicht aus! Gerade ihrem Vater gegenüber ist es einer Tochter sehr wichtig, einen guten Eindruck zu machen. Kleine spontane Komplimente wie „Hübsches Shirt!“ oder „Ich freue mich, dass du dich so durchgekämpft hast durch die schwere xy-Hausaufgabe“ sind nicht nur authentisch, sondern lösen auch sofort ein positives Gefühl bei dem Gegenüber aus.

2. Ehrliches Interesse zeigen

Ehrliches Interesse ist immer wichtig, egal, um welche Personenkonstellation es sich handelt. Dennoch ist es für Mädchen wichtig zu erfahren, dass sich der Vater für ihre Hobbys interessiert – vor allem dann, wenn es um „klassische“ Freizeitaktivitäten wie Pferdesport oder Tanzunterricht geht. Denn das sendet folgende Botschaft an das Gehirn der Tochter: Auch wenn ich „Mädchen-Sachen“ gerne mache, kann das durchaus interessant für Jungs sein. Ich muss mich dafür keineswegs schämen oder blöde Sprüche akzeptieren.

3. Gemeinsame Aktivitäten 

In vielen Familien ist es noch immer so, dass die Mutter, während die Kinder klein sind, mit den Arbeitsstunden heruntergeht und demnach automatisch mehr Zeit für die Kinder hat. Umso wichtiger ist es, dieses Zeitdefizit als Vater gezielt auszugleichen. Bindung und Beziehung braucht Zeit, gemeinsame Aktivitäten erzeugen geteilte Erinnerungen, die wiederum ungemein zusammenschweißen. 

4. Stärken hervorheben 

Natürlich gibt es auch sensible Jungen, die viel Zuspruch und Unterstützung brauchen, tendenziell sind es aber doch die Mädchen, die besonders kritisch sich gegenüber sind und deren Selbstbewusstsein schnell Schaden nehmen kann. Gerade von dem Vater hat es eine umso größere Wirkung, wenn die Tochter erfährt, dass man an sie glaubt und sie wunderbar so ist, wie sie eben ist. Es ist zudem immer sinnvoll, mit Stärken zu argumentieren, denn dann lässt sich Folgendes vermeiden: „Das sagst du doch bloß, weil du mein Papa bist!“

5. Ein gutes Vorbild sein

Mädchen werden irgendwann die Erfahrung machen, dass nicht alle Jungs und später Männer so toll sind, wie es vielleicht der eigene Papa ist. Aber Sie als Vater können erheblich beeinflussen, mit welchem Bild Ihre Tochter zukünftig Männern gegenüberstehen wird. Immerhin sind Sie als erster Mann im Leben Ihrer Tochter erst einmal „das Maß der Dinge“ – so, wie Sie sich anderen Frauen gegenüber (gerade der Mutter des Kindes gegenüber) verhalten, so findet es Ihre Tochter „normal“ und geht automatisch davon aus, alle anderen Menschen in der Kategorie „Mann“ würden genauso handeln. Sind Sie hingegen so gut wie nie zuhause, zeigen kein Interesse, geben weder Lob noch Zuneigung, dann wird Ihre Tochter mit diesem Bild und dieser Sicht auf alle anderen Männer hinausgehen und es tendenziell sehr schwer haben, das Bild durch ein neues, positiveres zu ersetzen. 

Denken Sie also stets daran: Worte, die gesagt wurden, können nie wieder zurückgenommen werden und Dinge, die versäumt wurden, lassen sich nur bedingt nachholen. Die Beziehung zu Ihnen wird Ihre Tochter im Bezug auf alle weiteren Männer, die sie in ihrem Leben kennenlernen wird, für immer prägen und beeinflussen. Sie sind als Vater ebenfalls erheblich dafür verantwortlich, wie wohl sich Ihre Tochter als „Frau“ fühlt, ob sie sich wohl in ihrer Rolle fühlt, stark, selbstbewusst. 

Wenn ich Ihnen damit einige Punkte nennen konnte, über die es sich nachzudenken lohnt, dann freut mich das sehr! 

Übrigens: Mehr zum Thema Bindung in der Grundschule erfahren Sie in meinem Seminar „Grundschulkinder – Bindung aktiv gestalten“, schauen Sie doch mal rein!

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Mother and young daughter talking in a park, close up

Pädagogik-Newsletter April 2020

Schön, dass Sie in meinen Newsletter schauen! Heute zu dem Thema: 

Fehler gegenüber Kinder eingestehen

Wenn wir ehrlich sind, ist es schon schwer genug, sich selbst  einzugestehen, dass man sich in einer bestimmten Situation vielleicht falsch verhalten hat. Das vor anderen zuzugeben, ist noch schwieriger – aber einem Kind gegenüber Fehler zuzugeben, ist vermutlich die Königsdisziplin. Immerhin sind wir doch die Große, die alles besser wissen, besser können. Zumindest vermitteln wir das den Kindern ganz gerne. Wir wissen Rat, wir wissen, was wie zu tun ist. Wir befürchten, das Ansehen der Kinder zu verlieren, wenn wir Fehler machen und diese zugeben. Angst, dass sie uns schwach erscheinen lassen und man uns irgendwann nicht mehr ernst nimmt. Dass offen kommunizierte Irrtümer zu Aussagen wie „Die/der hat ja eh keine Ahnung!“ führen. 

Dabei ist auch das eine Sache des Blickwinkels. Wir sind alle nur Menschen, zu irren, das ist wohl das Menschlichste überhaupt. Was wir manchmal vergessen, ist, dass Kinder sich viel von uns abschauen. Sie lernen viel „am Modell“, also durch Nachahmung. Wir wissen alle um unsere Vorbildfunktion, aber verhalten wir uns auch immer so, wie wir es uns von einem Vorbild vorstellen und erhoffen würden? 

Glaubhaft zu sein – das ist natürlich ein sehr wichtiges Thema im Bezug auf Kinder, nicht nur für Eltern, sondern auch für pädagogische Fachkräfte. Manchmal hoffen wir, dass Kinder nicht mitbekommen, dass wir eine falsche Info herausgegeben haben, eine falsche Antwort, eine fehlerhafte Begründung, ohne wirklich darüber nachzudenken. Aber was genau denkt ein Kind, wenn wir uns von unserer menschlichsten Seite zeigen, vor ihm stehen und sagen: „Ich habe mich geirrt. Es ist gar nicht so, dass…“ oder „Das ist eine gute Frage, aber ich kann sie dir gerade gar nicht beantworten, ich weiß die Antwort auch nicht! Lass uns doch nachher mal gemeinsam nachschlagen, was meinst du?“ 

Folgende zwei exemplarische Antworten bekam ich, als ich in der Grundschule meine Schulklasse fragte, was sie darüber denken, dass ich ihnen etwas falsch erklärt hatte (es war mir wirklich etwas unangenehm, das zuzugeben): „Ich find` das lustig. Ich mache ja in Mathe auch manchmal Fehler und Frau Paul auch – das ist lustig.“; „Auch du kannst ja nicht immer alles wissen! Dafür kannst du ja toll basteln zum Beispiel.“

Letztendlich zeigen wir Kindern dadurch nur, dass es ganz normal ist, sich zu irren. Durch schulische Leistungsüberprüfungen wie Tests werden Kinder regelmäßig daran erinnert, wie oft sie sich noch irren und was sie alles noch lernen müssen – wie deprimierend wäre es für sie, wenn Erwachsene da wirklich ausnahmslos immer richtig liegen würden und alles könnten. Das würde den Druck, immer perfekt sein zu müssen, enorm erhöhen bei Kindern. 

Auch falsches Verhalten zuzugeben, muss erst gelernt werden. Wir geben Kindern nur ein gutes Beispiel vor, an dem sie sich orientieren können, wenn wir uns entschuldigen – beispielsweise für ein unpassendes Verhalten in einer gewissen Situation. 

Hilfreiche Phrasen zu dem Thema könnten sein: 

„Ich möchte mich bei dir/euch entschuldigen. Ich habe gemerkt, dass ich vorhin ziemlich laut wurde, das war nicht richtig von mir. Ich hätte lieber … machen sollen, aber manchmal mache auch ich Fehler.“ 

„Deine/eure Frage von gestern hat mir gestern Abend gar keine Ruhe gelassen, ich habe noch mal nachgeschaut und mich erkundigt und ich habe dir/euch leider eine falsche Info gegeben. Tatsächlich ist es so, dass ….“

Wenn ich Ihnen damit einige Punkte nennen konnte, über die es sich nachzudenken lohnt, dann freut mich das sehr! 

Übrigens: Mehr zum Thema Bindung in der Grundschule erfahren Sie in meinem Seminar „Grundschulkinder – Bindung aktiv gestalten“, schauen Sie doch mal rein!

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Pädagogik-Newsletter März 2020

Schön, dass Sie in meinen Newsletter schauen! Heute zu dem Thema: 

Was tun, wenn mein jugendliches Kind nicht mehr mit mir redet?

Wenn Sie zuhause eine/n Jugendliche/n haben, dann kommt Ihnen vielleicht folgende Situation bekannt vor: Sie haben endlich mal eine Stunde Zeit für Ihr Kind, um sich so richtig ausgiebig mit ihm zu unterhalten, all die Dinge zu besprechen, zu denen sonst immer nur zwischen Tür und Angel Zeit war. Sie lächeln Ihr Kind an und fangen erwartungsvoll an: „Na? Wie war dein Tag?“ „Gut.“ Gut, das ist vielleicht nicht die Antwort, an die Sie gedacht haben, aber was soll´s. Sie probieren es weiter: „Das freut mich! Wie geht es… (einem Freund oder einer Freundin des Kindes)?“ „Auch gut…“ „Ist alles okay bei dir?“ Jetzt, mit leicht genervtem Unterton, kommt die Antwort: „Ja, passt schon. Ich bin dann in meinem Zimmer!“ Zack. Und da stehen Sie und fragen sich, seit wann genau Ihr Kind nicht mehr mit Ihnen reden will. Seit wann es ihm kein Bedürfnis mehr zu sein scheint, sich Ihnen mitzuteilen. Mal ganz abgesehen davon, dass man Sie schon gar nicht erst fragt, wie vielleicht Ihr Tag war. Also: Was tun Sie jetzt? 

Hilfe, mein Kind will nicht mehr mit mir reden. 

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Jugendliche während der Pubertät ihren Eltern gegenüber zurückziehen. Sie sind so mit sich beschäftigt, dass gar keine Kapazität mehr vorhanden ist, um sich auf tiefgreifende Gespräche im Alltag einzulassen, noch dazu mit den Eltern. 

Der Fehler vieler Eltern besteht darin, das persönlich zu nehmen. 

„Wenn er/sie mehr Taschengeld möchte, dann bin ich auf einmal wieder gut genug!“ Kommt Ihnen das bekannt vor? Was also geht in dem Kopf Ihres Kindes vor? Sind es Desinteresse, Abneigung oder Verachtung, die zu dem Verhalten führen? 

Tatsächlich ist es höchstwahrscheinlich nichts davon. Eltern spielen für Jugendliche eine wichtige Rolle, auch wenn sie das nie zugeben würden vor anderen. Sie als Eltern hatten viele Jahre Zeit, um eine sehr enge Bindung zu Ihrem Kind aufzubauen und es maßgeblich zu prägen. Sie haben noch immer großen Einfluss auf Ihr Kind – nachweislich sind die Eltern Ansprechpartner Nr. 1, wenn es darum geht, die berufliche Zukunft oder gesellschaftliche und grundlegende Dinge wie Wertvorstellungen zu diskutieren oder zu besprechen. Viele Bereiche, die Sie die Jahre zuvor zusätzlich mit Ihrem Wissen abdeckten, werden jetzt von der Peergroup der Jugendlichen übernommen – und das ist völlig in Ordnung und sogar unabdingbar für die Entwicklung des Jugendlichen und die Bewältigung einiger spezieller Entwicklungsaufgaben, denen Jugendliche ausgesetzt sind. 

Jetzt aber zurück zu der Situation. Sie fühlen sich hilflos, traurig, nicht mehr gebraucht? Gut, wenn Sie das so genau benennen können! Die Eltern zu verletzen, das tun die wenigsten Teenager bewusst, wenn sich nicht gerade eine riesige Eskalation innerhalb der Familie anbahnt. 

Die Lösung heißt: Sagen Sie es ihm/ihr! Tatsächlich denken wir fast nie darüber nach, wie in die Enge treibend es manchmal vielleicht wirken kann, wenn man mit einer Frage nach der anderen konfrontiert wird. Das kann leicht Stress auslösen und den Drang, das Weite zu suchen. Besser: Reden Sie von sich! Auch über Ihre Gefühle. Wichtig: Ohne dabei eine indirekte Schuldzuweisung zu tätigen („Vorhin warst du so kurz angebunden und jetzt fühle ich mich miserabel“). 

Während der Pubertät ändert sich das Verhältnis von Ihnen zu Ihrem Kind und ebenso der Umgang miteinander. Am Ende der Pubertät kann es nur das Ziel sein, sich auf Augenhöhe zu begegnen – und das entwickelt sich langsam. Wenn Ihr Kind also gerade nicht mit Ihnen reden will, dann erzählen Sie halt! Erzählen Sie von Ihrem Tag, von dem, was Sie gerade bewegt, wie Sich sich fühlen etc. Das symbolisiert dem Teenager gleichzeitig, dass Sie die Nähe schätzen, auch wenn vielleicht vor allem Sie reden. Es zeigt außerdem die Änderung des Umgangs miteinander. Der/die Jugendliche muss sich nicht erklären oder rechtfertigen, Sie erzählen ihm/ihr einfach so etwas, vielleicht sogar, um einfach zu wissen, was er/sie darüber denkt. 

Wenn ich Ihnen damit einige Punkte nennen konnte, über die es sich nachzudenken lohnt, dann freut mich das sehr! 

Mehr zum Thema Pubertät erfahren Sie übrigens in meinem Seminar „Generationskonflikte – Pubertier vs. Vollzeitspießer“. Schauen Sie doch mal rein! 

Als gelernte Erzieherin und Dozentin für den Bereich Pädagogik und Familie in der Paul & Paula Akademie bin ich immer auf der Suche nach aktuellen Themen aus dem Bereich, die für Eltern und pädagogische Fachkräfte interessant sein könnten. Wenn Ihnen ein Thema einfällt, zu dem Sie gerne etwas lesen wollen würden, schreiben Sie mir gerne!

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Identitätsentwicklung von klein an

Eine geeignete Ich-Identität zu entwickeln, ist eine der zentralen Entwicklungsaufgaben im Leben eines jungen Menschen. Doch gerade in Zeiten, wo Diversität so offen wie nie zuvor ausgelebt wird, erscheint es schwer, seine „biologische Nische“, seinen Platz in der Gesellschaft und für sich selbst zu finden. 

Identitätsentwicklung beginnt von klein an und ist kein Phänomen, das erst mit dem Beginn der Pubertät einsetzt. Bereits im Kindergartenalter können Bezugspersonen viel tun, um die Persönlichkeitsentwicklung und somit die Identitätsfindung zu unterstützen. Allem voran können sie ein positives Vorbild darstellen, an dem sich orientiert werden kann. In einem sicheren und geborgenem Umfeld fällt es leichter, neue Dinge auszuprobieren und eigene Gefühle wahrzunehmen, zu ergründen und zu äußern.

Kindern von Beginn an Toleranz vorzuleben, ist eine ideale Voraussetzung dafür, dass Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie Besonderheiten von Kindern gerne ergründet und kommuniziert werden – das betrifft sie selbst als auch ihr Umfeld. 

Identität entwickelt sich dort, wo Raum für eigene Erfahrungen ist, wo Kinder spüren, dass man Vertrauen in sie und ihre Fähigkeiten setzt und sie sich jederzeit als akzeptierten Teil der Gemeinschaft fühlen. 

Selbstständig zu denken und zu urteilen, Meinungen und Bedürfnisse zu äußern und Aufgaben selbstständig zu übernehmen, geben dem Kind ein Gefühl von Selbstwirksamkeit. Eine große Rolle spielt es dabei, dass sie sich stets ernst genommen fühlen – nichts ist besser für das Selbstwertgefühl. Bei allem, was Kindern feststellen und äußern, liegt es bei den Bezugspersonen, so zu reagieren, dass das Kind seinen Beitrag als wertvoll erachtet. 

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Erziehungscoaching

NEU! 

Ab sofort bieten unsere Dozentinnen Sandra und Christin Paul Erziehungscoachings an – das bedeutet für Sie und Ihre Familie geballtes Fachwissen und professionelle Methodik von zwei Erzieherinnen und einem Systematischen Coach. Profitieren Sie von den zwei vertretenden Generationen, die viele Ihrer Probleme gewiss aus eigener Erfahrung kennen – immerhin sind die Beiden Mutter und Tochter! 

Welche Probleme die Harmonie in Ihrer Familie auch stören mögen, egal ob Trotzphase, Probleme in der Schule oder die Pubertät – wir freuen uns auf Ihre Anfrage! In einem kostenlosen Erstgespräch können Sie unsere Dozentinnen in Ruhe kennenlernen und gemeinsam schauen, wo mögliche Baustellen sind und wie im weiteren Verlauf vorgegangen werden kann. 

Für mehr Informationen schauen Sie gerne unser YouTube-Video oder klicken hier.