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Trennungen zur Weihnachtszeit – schöne Bescherung!

Herzliche Grüße aus Berlin und willkommen in der Welt der Beziehungsfragen!

Heute geht um den Themenkomplex „Trennung“. Nach welchem Schema laufen Trennungen ab, wie gehen Männer und Frauen jeweils mit einer Trennung um, was kannst du in den verschiedenen Phasen tun, um voranzukommen, was hilft dir bei der Bewältigung der jeweiligen Phase? 

Schöne Bescherung!

In den letzten Wochen habe ich auffallend viele Paare in meinen Coachings, die sich letztendlich für eine Trennung entscheiden. Die Frage, wieso es gerade jetzt, so kurz vor Weihnachten, so häufig zu Trennungen kommt, hat mich dazu veranlasst, eine Serie zum Themenkomplex „Trennung“ zu beginnen. 

Vermutlich hat jeder von uns schon mal eine Trennung durchleben müssen und dass das alles andere als angenehm ist, wissen wir auch nur zu gut. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist ein Beziehungsende aber noch schmerzhafter.

Weihnachten, die Zeit, in der man sich am liebsten mit dem Partner oder der Partnerin zuhause einkuscheln möchte, die Zeit für Wärme, Liebe, Harmonie und Familie. 

Jeder hat sie, die Vision vom perfekten Weihnachten. Aber vielleicht merkt man gerade in dieser Zeit vermehrt, dass irgendwas schon seit längerer Zeit nicht mehr passt. Dass man sich nicht wirklich vorstellen kann, sämtliche weitere Weihnachtsfeste mit dieser einen Person zu verbringen.   Und im schlimmsten Fall endet es mit mindestens einem gebrochenen Herzen unter dem Weihnachtsbaum. Schöne Bescherung! 

Viele Menschen neigen dazu, das Scheitern einer Beziehung als persönliches Versagen anzusehen, anstatt darüber nachzudenken, ob es nicht viel mehr ein „Nicht-Passen“ war. Doch wenn es genau das war – dann war es auch nicht verkehrt, diese Beziehung zu beenden. 

Aber derjenige, der verlassen wurde, sieht das – kann das sogar – lange Zeit nicht so sehen. Wieso nicht? Das hängt mit den vier Phasen einer Trennung zusammen, die in den nächsten Posts Stück für Stück einzeln erläutert werden. Vorweg nehmen möchte ich aber an dieser Stelle schon einmal, dass die Phasen nicht immer vollständig oder gleich verlaufen – das hängt bedeutend von anderen Faktoren ab wie zum Beispiel der Tatsache, ob es für die verlassene Person die erste Trennung war oder ob bereits einige Beziehungen zuvor geendet haben. Auch die Erfahrungen, die bei vorherigen Trennungen gesammelt wurden, spielen eine entscheidende Rolle. Ebenso die Frage, wie vorhersehbar eine mögliche Trennung der Person schien – ein Beenden der Partnerschaft, welches für den/die Verlassenen/Verlassene aus heiterem Himmel kommt, trifft einen besonders stark und reißt einem von jetzt auf gleich den Boden unter den Füßen weg. Dennoch: Irgendwann ist auch das überwunden, auch wenn es nicht so scheint im ersten Moment. 

Phase 1 einer Trennung: Die „Nicht-Wahrhaben-Wollen“-Phase

Diese setzt in dem Moment ein, in dem wir verlassen und die Beziehung beendet wurde. Wir fühlen uns innerlich wie erstarrt, absolut leer und gleichzeitig aufgewühlt. Besonders typisch für diese Phase ist die Hoffnung darauf, dass er/sie es sich noch mal anders überlegt. Wir interpretieren zu viel in Gesagtes oder Geschriebenes und wollen einfach nicht wahrhaben, dass das alles für immer vorbei und aus sein soll. Gleichzeitig geht quasi nichts mehr und wir fragen uns, ob wir aus diesem tiefen Loch jemals wieder herauskommen werden.

Was ist hilfreich, wenn man sich in dieser Phase befindet?

Allem voran sollte man sich eingestehen, dass es aus ist. Das schmerzt, aber gleichzeitig kommt man mit der Aufarbeitung und Verarbeitung nur weiter, wenn genau dieser Fakt akzeptiert wurde.

Weiterhin ist es sinnvoll, sich jemandem anzuvertrauen. Egal, ob es die engsten Freunde oder die Familie sind, Hauptsache, die angestauten Gefühle und Gedanken werden ausgesprochen und gefühlt. Der wohl am schwersten einzuhaltende Tipp ist aber an dieser Stelle, den Kontakt zum/zur Ex vorerst abzubrechen. Und damit ist auch gemeint, nicht seinen/ihren WhatsApp-Status zu kontrollieren, ob er/sie online ist, ob er/sie die letzte Nachricht gelesen hat etc. Er/sie muss aus dem Kopf verschwinden, und das sofort! Das bedeutet auch, dass persönliche Gegenstände schnellstmöglich in einen Karton verstaut und in den Keller geräumt werden sollten. Und dann heißt es: Nichts wie ablenken!

Phase 2 einer Trennung: Die Gefühlschaos-Phase

Woran man erkennen kann, dass die erste Phase erfolgreich überwunden wurde? Ganz einfach: In dem Moment, wo uns klar geworden ist, dass es wirklich vorbei ist, haben wir den Schritt in die nächste Phase genommen. Meistens ist das die Phase, die am längsten andauert. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass wir Gefühle wie Wut, Trauer, Schmerz und Hoffnungslosigkeit verspüren, wenn wir an das Beziehungsaus denken. Dazu kommt, dass wir in dieser Phase nicht wirklich rational denken können. Unser Verstand hat kaum eine Chance, das möglicherweise Gute an dem Beziehungsaus zu erkennen, unsere Emotionen dominieren klar. 

Was hilfreich ist, wenn man sich in dieser Phase befindet?

Der wichtigste Schritt wurde bereits in dem Moment getan, als die Trennung als nicht änderbar realisiert wurde. Jetzt gilt es weiterhin, die Gefühle nicht zu unterdrücken. Damit wir unsere chaotischen Gefühle strukturieren und überblicken können, kann es hilfreich sein, sie in einem Tagebuch festzuhalten. Alles, was man dem/der Ex möglicherweise unbedingt noch sagen möchte, kann ebenfalls aufgeschrieben werden – vorausgesetzt, er oder sie wird es niemals wirklich zu lesen bekommen.

Phase 3 einer Trennung: Die Neuorientierungsphase 

Phase drei einer Trennung zeichnet sich dadurch aus, dass man langsam „Licht am Ende des Tunnels“ erblicken kann. Zwar denkt man noch regelmäßig an den/die Ex, aber die Zeiträume dazwischen werden größer. Gedanken an sie/ihn sind mitunter noch schmerzhaft, stürzen einen aber nicht mehr in so ein tiefes Loch. 

Was bringt einen von der dritten in die letzte Phase der Trennung?

Hilfreich ist es jetzt, sich neuen Dingen zuzuwenden. Neue Projekte, Dinge, die man schon immer mal ausprobieren wollte. Sachen, die schon lange auf der To Do-Liste standen, können jetzt endlich angepackt werden und man sollte generell offen für alles sein: auch für neue soziale Kontakte. 

Phase 4 einer Trennung: Die „Auf zu neuen Ufern“-Phase

Es ist geschafft! Die Trennung ist überstanden und auch, wenn der/die Ex einen neuen Partner/eine neue Partnerin haben sollte, löst das bei einem nicht mehr viel aus. 

Das wohl Schönste an dieser Phase: Wir können realistisch einschätzen, was gut an der Trennung war, aber auch, was wir alles durch die Beziehung lernen konnten und was schön an der gemeinsamen Zeit war. Wenn du spürst, dass dieser Punkt erreicht ist, dann herzlichen Glückwunsch! Das bedeutet, dass du nun unbeschwert deine Zukunft genießen kannst – auch mit einem potenziellen neuen Partner/einer potenziellen neuen Partnerin. Denn: Jede Trennung bietet der wahren Liebe neue Chancen.

So unterschiedlich gehen Männer und Frauen mit Trennungen um 

Jetzt soll es noch einmal darum gehen, wie unterschiedlich Männer und Frauen in vielen Fällen mit Trennungen umgehen. 

Wer hätte das gedacht: Auch wenn Männer sonst immer so bemüht darum sind, möglichst cool zu wirken und so, als könnte man sie nie treffen oder gar verletzen, so wurde doch erst wieder in einer Reihe von Untersuchungen nachgewiesen, dass sie frühere Beziehungen oftmals nicht richtig verarbeiten, sondern lieber die Methode der Verdrängung und Ablenkung wählen, anstatt Gefühle auszuleben und offen zu kommunizieren. Das klappt für den Moment, führt aber letztendlich dazu, dass schnell eine neue Beziehung eingegangen wird, ohne die alte richtig aufgearbeitet zu haben. Letztendlich wird dann irgendwann festgestellt, dass man noch nicht bereit ist, sich richtig auf die neue Partnerschaft einzulassen und in Folge dessen zerbrechen junge Beziehungen und Menschen werden mitunter stark verletzt. Typische Ablenkmethoden, auf die dabei gerne zurückgegriffen wird, sind mitunter Feiern, Affären, exzessives Sporttreiben sowie das Stürzen in Arbeit. 

Dass Männer dazu neigen, die bewusste Aufarbeitung zu überspringen, liegt mitunter daran, dass sie befürchten, als Versager gesehen zu werden, den die Frau verlassen hat, weshalb es ihnen besonders wichtig erscheint, sich den Schmerz nicht anmerken zu lassen.

Frauen hingegen verarbeiten Beziehungen oftmals sehr intensiv und lassen ihren Gefühlen hemmungslos freien Lauf. Das bedingt mitunter depressive Episoden, Schlaf- und Essstörungen und starke Selbstzweifel, da sie ein Verlassen mitunter sehr persönlich nehmen und auf sich als Person beziehen. Bei klassischem Liebeskummer greifen Frauen teils gerne auf typische Trost-Strategien wie Schokolade und lange Bäder in der Badewanne zurück. 

Dennoch: Wenn Frauen die vier Phasen einer Trennung durchlaufen haben, sind sie meist wirklich bereit, eine neue Beziehung zu beginnen – etwas, das bei Männern nicht immer der Fall ist, wenn z.B. ein Phase einfach übersprungen wird. 

Themenausklang 

Solltet ihr euch gerade in einer der Phasen befinden, dann lasst euch gesagt sein: Auch das geht vorüber! Und ein neues Jahr kann gleichzeitig auch ein Neuanfang sein. 

Solltest du jetzt noch Fragen haben oder das Gefühl bekommen haben, dass du gerne meine Hilfe in Anspruch nehmen wollen würdest, vielleicht, weil du gerade eine ähnliche Phase überwinden musst, dann kontaktiere mich gerne!

In einem 20-minütigen kostenlosen Erstgespräch können wir dann gemeinsam schauen, wo mögliche Baustellen liegen und was wir tun können, um dein Leben wieder mehr ins Gleichgewicht zu bringen. Trau dich! Ich freue mich auf deine Anfrage! 

Mit besten Wünschen für harmonische Beziehungstage,

Deine Sandra Paul 

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