Beautiful young passionate couple is having sex in bedroom

Warum Affären verlockend erscheinen können

Herzliche Grüße aus Berlin und willkommen in der Welt der Beziehungsfragen!

Hast du schon mal drüber nachgedacht, was genau an einer Affäre so spannend sein soll und warum man sowas überhaupt erst beginnt? 

Ich habe mich erst letztens wieder mit der Thematik befasst, was Menschen dazu veranlasst, eine Affäre zu beginnen und lasse dich gerne an meinem Wissen teilhaben! 

Vielleicht hattest du die Situation schon einmal, dass dir mehr oder weniger direkt Avancen in der Richtung gemacht wurden. Und sind wir mal ehrlich: Für das Selbstbewusstsein ist es natürlich schmeichelnd, von außen das Feedback zu bekommen, begehrenswert zu sein. 

Aspekte, die an einer Affäre verlockend wirken könnten:

1. Das Gefühl der Lebendigkeit

„Ich fühle mich dabei so lebendig“, berichten nahezu alle Personen, die eine Affäre eingegangen sind. Der Körper ist komplett energetisiert, die Sinne sind betört. In einem derartigen „Flow“-Zustand zu sein, ist ein Zustand, den wir Menschen uns herbeisehnen und der uns allen zunächst einmal guttut. Oftmals wird so ein Zustand genau dann erreicht, wenn die Grenzen überschritten werden, wenn wir über unsere Grenzen hinauswachsen. Scheinbar braucht es ein „Über-Grenzen-Gehen“, um eine besonders intensive Lebendigkeit zu spüren. Und es sieht es so aus, als würden wir gerade in Affären dieses Gefühl finden. Dennoch: Wir sollten alle wissen, dass dieser Zustand keineswegs von Dauer ist, ja gar nicht sein kann. 

2. Sehnsucht nach dem Gefühl, „es wert zu sein“

In dem Moment, in dem wir eine Beziehung eingehen, machen wir die Erfahrung, „es wert zu sein“, dass jemand sich für uns entscheidet, es wert zu sein, dass derjenige sich gegen alle anderen entscheidet, es wert zu sein, sich auf ein Leben mit uns einzulassen. 

Es wert zu sein, gemeint zu sein und gesehen zu werden, das ist ein tiefes Bedürfnis, das wir alle von Beginn unseres Lebens an teilen. Erfahrungsgemäß schaffen es aber die wenigsten Paare, auf Dauer dieses Bedürfnis in ihrem Miteinander zu stillen. 

Ist es dann nicht verständlich, wieso es manchmal so verlockend für uns ist, wenn auf einmal wieder jemand dieses Gefühl von Besonderheit in uns erweckt? Und wenn sich jemand auf uns einlässt, obwohl derjenige in einer Beziehung ist, obwohl es also Grenzen gibt und die Vernunft es verbietet? Ist das nicht umso mehr der Beweis dafür, es wert zu sein? Natürlich gibt es alternative Verhaltensvarianten, wie wir vorgehen können, wenn wir merken, dass unser Partner oder unsere Partnerin uns nicht mehr in dem Maß das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, gibt, wie es vielleicht einmal war und wie wir es uns wünschen würden. Allem voran sollte man das direkt kommunizieren und nicht hoffen, dass jemand anderes diese Lücke füllen kann – abgesehen davon sollte es das Ziel sein, ebendieses Gefühl, „es wert zu sein“, von dem Menschen wieder vermittelt zu bekommen, für den wir uns damals bewusst entschieden haben. 

3. Der Mut, sich sexuell zu zeigen

Spannenderweise trauen sich die meisten Menschen eher, die eigenen sexuellen Fantasien und Wünsche anzusprechen und zu leben, wenn sie einen Menschen noch nicht so gut kennen. 

Paare, die in einer längeren Beziehung leben, einigen sich dagegen oftmals auf den „kleinsten gemeinsamen sexuellen Nenner“, indem sie in sexueller Hinsicht das leben, was sie gut kennen, schon tausendmal gemacht haben und von dem sie mit Sicherheit wissen, dass der Partner es auch gut findet. 

Wenn sich ein Paar erst mal sexuell auf ein bestimmtes Skript eingefahren hat, bleibt es häufig dabei und ändert sich oftmals lange Zeit nicht. Dies hat zur Folge, dass die gemeinsame Sexualität im besten Fall gut, berechenbar, vorhersagbar und daneben vielleicht auch etwas langweilig wird. So bleibt bei vielen der Wunsch nach erfüllender Sexualität, nach etwas „Aufregendem“ vorhanden, ein Wunsch, der dann in der Affäre scheinbar leichter erfüllt werden kann als in einer bestehenden Beziehung. Dabei sollten wir stets im Hinterkopf die folgende Frage behalten: „Wenn ich es langweilig finde, sieht das mein Partner nicht vielleicht sogar ähnlich?“ Möglicherweise haben beide Lust darauf, Neues auszuprobieren und sich sexuell weiterzuentwickeln. 

4. Die Sehnsucht nach etwas anderem

Die Studienlage zeigt, dass Affären nicht ausschließlich nur aus einer problematischen Beziehung heraus entstehen. Menschen stürzen sich auch in Affären, wenn die eigene Beziehung als zufriedenstellend erlebt wird. Woran kann das liegen?

Ein Grund dafür ist, dass kein Partner der Welt all unsere – sich teilweise sogar widersprechenden –  Bedürfnisse erfüllen kann. So kann es sein, dass wir uns auf der einen Seite einen verlässlichen, ausgeglichenen und häuslichen Partner wünschen und auch sehr zufrieden damit sind, dass unser Partner genau diese uns so wichtigen Eigenschaften mitbringt. Auf der anderen Seite kann jedoch gleichzeitig die Sehnsucht nach Abenteuer und Unberechenbarkeit bestehen. Wenn uns dann jemand begegnet, der diese Sehnsüchte in uns anspricht, dann kann es sein, dass wir uns zu genau demjenigen hingezogen fühlen, ohne dass uns etwas aus unserer festen Partnerschaft wegtreibt, weil diese an sich „in Ordnung“ und passend für uns ist.

Wie wir jedoch alle wissen, sehnt man sich typischerweise immer nach dem, was man gerade nicht hat. Dabei sollten wir jedoch nie außer Acht lassen, dass wir dadurch das, was wir haben, schnell verlieren können. Und ob es das wert ist, ist dann die nächste Frage…

5. Gelegenheit macht Diebe

Die Frage ist, ob diejenigen hauptsächlich deshalb treu sind, weil sie keine Gelegenheiten haben? Es wird zwischen „aktiver“ und „passiver“ Treue unterschieden (Clement 2010). Der „aktiv“ Treue entscheidet sich im Bewusstsein des „Preises“ aktiv für die Treue. Der „Preis“ in Form des Verzichts ist für den aktiv Treuen spürbar, denn er setzt sich damit auseinander. Der aktiv Treue wird sich wahrscheinlich immer wieder im Leben für oder gegen die Treue entscheiden (müssen). 

Der „passiv“ Treue ist „einfach treu“, ohne dabei einen Verzicht zu spüren. Er denkt einfach nicht darüber nach und muss sich folglich auch nicht aktiv dafür entscheiden. Die Gründe dafür können

vielfältig sein, so kann es sein, dass sich für denjenigen einfach nie eine Gelegenheit bietet oder das Interesse an Sexualität nie groß war, er sich demnach auch nicht gegen eine Versuchung entscheiden muss. 

6. Eine andere Seite an sich entdecken

Die Sehnsucht nach etwas anderem kann noch deutlich weiter gehen als nur in Richtung einer besseren oder vielseitigeren Bedürfnisbefriedigung in Bezug auf Wünsche, die in der bestehenden Partnerschaft nicht erfüllt werden. Durch Affären kann es auch passieren, dass Menschen Seiten an sich entdecken, von denen sie bislang nichts oder wenig ahnten. Unter Umständen finden wir die Frau oder den Mann, den wir morgens im Spiegel sehen und von der/dem wir wissen, dass sie/er mutig genug ist, um den Partner/die Partnerin zu betrügen, aufregend verrucht und bewundern sie/ihn irgendwo. Natürlich kann das auch ins Gegenteil umschlagen („Ich hätte nie von mir gedacht, dass ich in der Lage sein könnte, meinen Partner/meine Partnerin zu betrügen. Ich ekle mich selbst vor mir, was ist nur los mit mir?“).

7. Affäre als Sprungbrett heraus aus der Beziehung

Es kann natürlich sein, dass die bestehende Beziehung nicht funktioniert –  oder zumindest so erlebt wird. Sie wird dann möglicherweise aus verschiedenen Gründen fortgeführt: Bequemlichkeit, Angst vor dem Alleinsein, den Kindern eine Trennung ersparen wollen. Es gibt wirklich viele Gründe, die Menschen dazu bringen, Beziehungen aufrechtzuerhalten, die sie eigentlich als „tot“ betrachten. In solch einer Situation kann eine Affäre wie ein Sprungbrett wirken, über welches man die Beziehung beenden kann – indem zum Beispiel die Angst vor dem Alleinsein durch die Aussicht auf die neue Beziehung aufgelöst wird. Ob es nun aber tatsächlich zum Beenden der bestehenden Partnerschaft und dem Eintritt in eine neue Beziehung mit der Affäre kommt, steht auf einem ganz anderen Blatt. 

8. Affäre als Wecker für totgeglaubte Beziehungen

Es passiert nicht selten, dass eine Affäre – vor allem dann, wenn sie „auffliegt“ – die Dynamik der bestehenden Beziehung explodieren lässt und zu einer völlig neuen Situation führt. Es könnte nämlich sein, dass in einer langjährigen Beziehung, in der die Erotik eingeschlafen ist, der Sex plötzlich wieder einen ganz neuen Stellenwert bekommt („Du willst also …? Warum sagst du denn nichts, das kannst du alles haben!“).

Grundsätzlich sollten wir Folgendes beachten und nicht vergessen: Ja, vielleicht ist eine Affäre in manchen Momenten verlockend, aber wir haben uns damals bewusst für unseren Partner/unserer Partnerin entschieden. Wenn er/sie mittlerweile nicht mehr der oder die Richtige ist, dann ist das nicht schlimm – aber dann sollten wir vielleicht eher in Erwägung ziehen, einen sauberen Schluss zu finden, anstatt die schöne Zeit, die wir gemeinsam hatten, mit einer Affäre zu trüben. 

In dem Moment, wo wir eine Affäre eingehen, gehen wir das Risiko ein, unseren Partner/unsere Partnerin gewaltig zu verletzten – und wir missbrauchen Vertrauen, was uns entgegengebracht wird. Wie wir uns entscheiden, ist natürlich trotzdem allein unsere Entscheidung. 

Solltest du dazu oder generell Fragen an mich haben, kannst du mich gerne kontaktieren. Gerne kannst du ein 20-minütiges kostenloses Erstgespräch mit mir vereinbaren, in dem wir schauen, wie wir dich und deine Partnerschaft voranbringen können. Ich biete nämlich neben meinen Seminaren, die sich allesamt um den Themenkomplex Beziehung drehen, auch Paar- und Beziehungscoachings an – jeweils möglich als Einzel- oder richtiges Paarcoaching, bei dem beide Partner zu mir kommen. 

Wenn du mehr über mich und meine Arbeit erfahren möchtest, dann besuche doch gerne meine Website oder mein Instagram-Profil, ich würde mich freuen!

Also: Denk immer vorher über mögliche Risiken nach, bevor du dich in einem Flirt zu sehr verlierst!

Mit besten Wünschen für harmonische Beziehungstage

Deine Sandra Paul 

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